Berichte aus dem Leben

Freundlicherweise haben sich Kameraden bereit erklärt, aus ihrem Leben zu berichten! 

 

Älplerchilbi ufem  Homberg 

Unser Mitglied, Wale Lüthi, überbrückt die Coronazeit mit seinen 4 Grosskindern und pflegt das Brauchtum gleich doppelt. Als Schwyzerögelispieler und Schwinger, motivierte er den Nachwuchs zum 'Schwingen'. Der Beitrag ist auf YouTube https://www.youtube.com/watch?v=dERxiT48UOc
einzusehen! "schau mal rein"
 
26.04.2020/oase

Konolfingen im April 2020

 

Kopp Friedrich „Fritz“, geb. 07.07.1930

 

Familie

Geboren und aufgewachsen mit einer Schwester in Niederönz. Primar und Sekundarschule,

Welschlandjahr. Seit 1956 verheiratet mit Margrit Baumann. Zwei Töchter welche mit ihren

Familien in England und Italien wohnen. Seit dem Tod meiner  Gattin 2018 lebe ich allein in

der Altersiedlung  Kiesenmatte in Konolfingen.

 

Beruf

Vierjährige Lehre als Elektromonteur in Herzogenbuchsee.

Dazwischen Rekrutenschule als Artillerietelefonist auf dem Monte Ceneri.

Absolvierung der Polizeischule der Kantonspolizei Bern 1954/55. Darauf  1. Jahr Extradienst

in Lengnau. Weitere Stationen: 5 Jahre Büren a/A. und 5 Jahre Postenchef in Utzenstorf.

1966 Berufung nach Bern, Kriminalpolizei Brandfahndung. 1978 Auftrag zur Bildung der

ersten professionellen Observationseinheit Milan der Schweiz. Nach elf Jahren Dezernatschef wurde mir die Übernahme der neugeschaffenen Stabstelle für Aus-und Weiterbildung der Kriminalpoli­zei übertragen, die ich dreieinhalb Jahre  bis zur Pensionierung versah.

 

Schwingen

Mit der Geburt war ich mit dem Schwinger-Gen belastet.  Die Kopp`s  waren in Schwingerkreisen ein Begriff.  Gegen Ende der Schulzeit konnte ich an einigen Buebenchwinget teilnehmen. Nach

der Rückkehr vom Welschland begann ich regelmässig mit dem Training im Schwingkeller. Leider war ich während der ganzen Aktivzeit mit der Grösse von 176 cm und knapp 70 Kg  gegenüber den meisten Gegner benachteiligt. Einen ersten Rückschlag erlitt ich im Training

im Schwingkeller, als mir ein anderes Paar mit voller Wucht seitlich in mein rechtes Knie prallte.

Resultat Meniskus. Unfalldauer fünf plus drei Wochen Spital, was damals üblich war. Am ersten

Übungsabend nach der Rekrutenschule kugelte die rechte Schulter aus, was mich bis zuletzt 

meiner Laufbahn behinderte. Trotzdem erreichte ich an Gauverbandsfesten eine Anzahl sehr

gute Ränge, die heute den Kranz bringen würden. Nach der Polizeischule begann ich wieder mit dem Training und befand mich in sehr guter Verfassung. Die  Achsel bereitete mir keine Schwierig­keit. In Büren a/A stationiert wäre das Training beim Schwingklub Biel, bei dem zu die­ser Zeit viele Spitzenschwinger aktiv waren,  ideal gewesen. Leider wurde mir vom Bezirkschef nicht erlaubt das Mittwochtraining zu besuchen. Zudem hätte ich wegen dem Sonntagsdienst auch an keinem Schwingfest teilnehmen können. Ich musste vom Karfreitag bis am Bettag jeden Sonntag Verkehrsdienst leisten!! Nach der Stationierung in Utzenstorf im Jahr

1961 hatte ich auch freie Sonntage und konnte mich vermehrt dem Schwingen widmen. Zuerst

als Kampfrichter im Oberaargauischen Schwingerverband und anschliessend als Berichterstatter der Schwingerzeitung (SHJ) für den OSV und den BKSV. 

1976 Wahl in den Vorstand BKSV als Pressechef. Nebst der üblichen Pressearbeit wirkte ich auch als Berichterstatter an fünf Eidg. Schwingfesten, sowie weiteren Festen mit Eidg. Charakter. 1970 Vertreter des BKSV: Mitarbeit bei der  Jubiläumskommission 75 Jahre Eidg. Schwinger-

verband.                                                                                                                          

1976 Mitverfasser der Jubiläumsschrift 75 Jahre BKSV mit Paul Schmutz. 

Meine Verdienste für das Schwingen wurden vom OASV und am Ende der 13jährigen Vorstandstätig­keit im BKSV mit der Ehrenmitgliedschaft belohnt.

Abschliessend ist es mir ein Bedürfnis die vielen schönen Stunden, die ich im Kreise der Schwingerfami­lie erlebte zu erwähnen. Im Vorstand des BKSV gab es nie Streitigkeiten oder

Unstimmigkeiten. Probleme wurden gegebenenfalls demokratisch gelöst. 

Die heutige Entwicklung beim Schwingen hat sich enorm verändert. Spielt auch hier das Geld zuneh­mend die Hauptrolle, wohin führt das grenzenlose Sponsoring, und gibt es bald eine Katego­rie Profi-Schwinger? Die Zukunft wirft die Frage auf, wo endet der traditionelle Schwing-Sport?!                                       

Peter Gasser, Ersigen
Im Februar 2016 erschien in der SHJZ ein Bericht über Peter Gasser. Dabei wurde festhalten in welchem Milieu er aufwachsen durfte, was ihn geprägt hat, welche unglaublichen Erfolge er ausweisen konnte und auf was man als Schwinger achten sollte. Mit seinem Einverständnis stelle ich den Bericht gerne zur Verfügung.
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 Gasser Peter Ersigen, der erfolglose Jungeschwinger mit einer er­staunlichen Ausdauer und Konstanz als Aktivschwinger 

Geb. 27.02.1939

 

Der grossgewachsene Peter Gasser entstammt einer Schwingerdynastie. Sein Vater Ernst, Käsermeister in Ersigen, war Eidgenössischer Kranz­schwinger 1929 in Basel. Peter als Drittgeborener eiferte seinen älteren Brüdern, Ernst und Hansueli nach. Er trat dem Schwingklub Kirchberg bei und konnte von der starken Trainingsgemeinschaft auch im Oberaargau profitieren. Ab 1959 als Kranzschwinger angetreten, verpasste Peter in­folge seiner kontinuierlichen und soliden Schwingweise selten ein Kranz­resultat. 1974 am ESAF in Schwyz beendete er seine erfolgreiche Karriere mit dem 6 Eidg. Kranzgewinn. Sein Markenzei­chen war, Konstanz und Unaufge­regtheit!

 

Wichtige Anlässe, Zuverlässigkeit

Angesprochen, auf seine Leistung als Jungschwinger, erklärte Peter, "die war ziemlich erfolglos und ich ging mehrfach nach 4 Gängen geduscht mit dem Velo wieder nach Hause". Daraus muss entnommen werden, dass der schlaksige Jüngling trotz fehlenden Erfolgen nie aufgab, weiter in den Schwingkeller ging und an seine Möglichkeiten glaubte!

In seiner Aktivzeit waren das ESAF und der Kilchbergerschwinget die An­lässe, wo sich die ganze Elite traf. Es gab noch einige wenige, wie Unspun­nen, Expo-Schwinget 1964 und das Eidg. Jubiläums-schwingfest 1970 in Baden, die von allen Teilverbänden beschickt wurden.

Aber seinem Vater und Bruder gleich, durfte er 1961 in Zug am ESAF erstmals eidg. Ei­chenlaub entgegen nehmen. Ab dieser Zeit nahm er an jedem ESAF teil und holte 1964 in Aarau, 1966 in Frauenfeld, 1969 in Biel, 1972 in La Chaux-de-Fonds und 1974 in Schwyz Eichenlaub. Für Peter war der erste Eidg. Kranzgewinn 1961 in Zug ein beson­deres Erlebnis. In den fortlaufend ersten neun Positionen waren 3 Kirchbergerschwinger positio­niert. Auf den Schwingplätzen war der ruhige und sympathische Schwin­ger ge­fürchtet. Um Peter auf den Rücken zu legen, brauchte es Ausnah­mekönner. Sein Fuss- und Kniestich und seine akribische Arbeit am Boden waren legendär. Seine Verteidigung war schwer zu durchbrechen. Auf die Frage, wie er zu seinen Spezialschwüngen ge­kom­men sei, erklärte er; An den Schwingübungen und aus dem Schwin­gerlehrbuch, habe ich die Ab­läufe genommen. Danach habe ich diese für mich angepasst und verfei­nert. Von Werner Vivian und seinem Bruder Hansueli habe er viel profi­tiert. Als Käser hatte man im Beruf genug Krafttraining. Als sein täglicher Trainingspartner konstruierte er eine Puppe mit Sand gefüllt. Mit dieser wurden dann die Standschwünge geübt. Weiter übte er mit seinen Brü­dern in Ersigen hinter der Käserei mit ver­schiedenen Gegenständen Aus­dauer und Kraft. Wir füllten vier 40 lt. Milchkannen mit Wasser. Jeder musste diese soweit tra­gen wie er konnte. Plötzlich kam der Ätti (Vater) und erkundigte sich nach ihrem Tun. Er fasste ebenfalls die 4 Kannen und lief zum weitesten Punkt, und sagte ‚u jetzt‘! ohne die Last auf den Boden zu stellen begab er sich wieder an den Start zurück‘ und stellte dort die Kannen ab. Da hatten wir schon wieder eine neue Herausforderung‘.

Mit dieser soliden Ausbildung entwickelte er sich zu einer Stütze des BKSV und trug mas­sgeblich zu den guten Resultaten des Teilverbandes bei.

Herausragend war sicher sein Rang 1.a am Unspunnen Alphirtenfest 1968 mit Ruedi Hunsperger zusammen. Weiter war er an den Bergfesten immer stark, gewann Brünig, Schwarzsee, Rigi, Stoos und Weissenstein. Seine Zuverlässigkeit wurde auch von den eigenen Einteilern geschätzt. Diese konnten sich auf Peter verlassen. In seiner sportlichen Blüte er­reichte er ein Kon­stanz die seinesgleichen suchte. Wie es seine Art war arbeitete er ruhig und beharrlich an seiner sportlichen Karriere. Auf die Frage, was er im Nachhinein anders machen würde, erklärte Peter: ‚Ich würde den Angriff und das Risiko mehr fördern! Aber damals wurde etwa die Devise heraus­gegeben, den verlierst du nicht. ‘

 

Kränze nach Statistik oder virtuell im Jahr 2016

In seiner Aktivzeit konnte ein junger Bernerschwinger null bis max. zwei Kranzfeste pro Jahr bestreiten, weshalb er trotz besten Voraussetzungen seinen ersten Kranz, nach heutigem Massstab, erst mit 20 Jahren er­schwingen konnte. Es musste aber die Chance am Schwarzseeschwinget und am Berner-kantonalen Schwingfest packen. Nach heutiger Zeit galt er sofort als **Sterneschwinger. 

Die Kranzstatistik weist ihn mit 70 Exemplaren aus. Das Eidgenössische Ehrenmitglied, Alfred Bisig, Wädenswil, hat schon vor der PC Zeit Statistik geführt. Gemäss seinen An­gaben hat Peter Gasser 111 Kranzresultate er­reicht, Punktzahl ab 56.50 gerechnet. Ein kleiner Auszug aus der Statistik: 10 Kranzfestsiege, 20 (15xBKSF)Teilverbandskränze, 22 (12xBrünig)Bergfestkränze.
 Dies zeigt die Konstanz in einer Sportart, die aussergewöhnlich ist, und seines gleichen sucht. 

 

Die Zeit nach der Schwingerkarriere 

Peter Gasser hat als ausgebildeter Käser die Meisterprüfung gemacht, und sich in einem käsever-arbeitenden Betrieb zum Direktor Fabrikation hoch­gearbeitet. 

Im Schwingen stellte er sich dem Schwingklub Kirchberg, dem Oberaar­gauischen Schwingerverband, dem BKSV, dem ESV und der Hilfskasse des ESV als Funktionär zur Verfügung. Seine Qualitäten als Kursleiter, Kampf­richter und Einteiler waren bekannt. Er war sich auch nicht zu schade, sein Wissen den Jungen weiterzugeben. Heute ist er im­mer ein gerngesehener Gast an den Schwingfesten.

In seinem Heim an der Sonnhalde in Ersigen geniesst er zusammen mit seiner Frau Bethli den dritten Lebensabschnitt. Seine 3 Kinder, die alle Ländlermusik spielen oder gespielt haben, seine Enkelkinder das Velofah­ren und das Jassen füllen seine Zeit aus. 

Peter war vielen Jungen Vorbild in Beruf und im Sport. Er ist der Überzeu­gung, dass in jungen Jahren viel Technik und Schwünge geübt werden müssen, um als Aktiver Erfolg zu haben.

Auf die Frage, was für ihn Schwingen sei, sagt er: ‚Lebensschule und umge­hen mit Niederla­gen und Erfolgen! ‘

2016 oase


Lebenslauf

Max Klaus Aeberhard, geb. 28.02.1940

 

Ich, Max Aeberhard geboren als jüngster Sohn von Johanna und Hans, mit meiner Zwil­lingsschwester Trudi am 28.2.1940, wuchs mit meinen 3 Brüdern in Herzogenbuchsee auf. Dort besuchte ich die Primarschule. Schon früh begann die Arbeit auf dem Bauern­hof. Weil meine Brüder schon in der Ausbildung waren und der Vater nicht melkte, musste oder konnte ich bereits ab dem 6. Schuljahr morgens und abends 10 Kühe mel­ken. Bereits ein Jahr vorher ging ich in die Jugendriege, am Donnerstagabend. Noch wichtiger aber war, dass ich nach dem Turnern noch in den Schwingkeller konnte und mir vor allem der Senior und Grossverantwortliche Ernst Kopp, der älteste der Kopp Gebrü­der, viele gute Schwünge zeigen konnte, welche mir nachträglich auch Erfolge brachten.

Den ersten Bubenschwinget konnte ich erst ab der 8. Schulklasse besuchen. Mit 167cm Grösse hatte ich doch einen kleinen Nachteil. Mit sechzehn Jahren konnte ich die vier besuchten Bubenschwinget gewinnen. Leider keines mit allen gewonnenen Gängen. 

1956 trat ich in Langenthal in die Metzgerlehre ein. Damals 19 Metzgerbetriebe. Heute 0.

Natürlich war das Schwingen hoch aktuell. Mit 67 kg war da auch noch das Ringen. Erster Ringerkranz mit 17 Jahren. 

Nach der Metzgerlehre zog es mich nach Lausanne, wo ich Berufs- und Schwingerfahrung sammelte. Mit 19 Jahren durfte ich auch am Waadtländer Kantonalen den ersten Schwin­gerkranz entgegen nehmen.

1961 und 1962 konnte ich das Waadtländer Kantonale Schwingfest gewinnen. Nach dem Sieg über Pollinger Albert am Südwestschweizerischen und einem Gestellten mit Fasel Hans durfte ich den Schlussgang mit Brändli Otto absolvieren. Trotz heftiger Gegenwehr musste ich mich geschlagen geben.

In diesem Jahr fand auch das Eidgenössische in Zug statt. Mit 5 gewonnenen, einem Ge­stellten und 2 verlorenen Gängen mit 74,75 Punkten, war ich der erste nach den Krän­zen. Mit 22 Jahren war dann der Höhenpunkt meiner Schwingerkarriere: 5 Schwinger­kränze in einem Jahr. Davon der letzte am Nordwestschweizerischen in Schinznach 1962: 

Das Notenblatt: 

1.    Gang Bruggmann Karl, gestellt.

2.    Gang Meli Karl, verloren.

3.    Gang von Gunten Res, gewonnen

4.    Gang gewonnen

5.    Gang gewonnen

6.    Gang Klarer Hans. Noch ein Zug, Note 10. Schlussendlich Rang 4

 

Noch Bemerkung zum SWSF 1962 in Châtel-Saint-Denis. Polliger Albert gewann 6 Gänge und konnte nur Max Aeberhard nicht bezwingen. 

 

Tiefpunkt
Februar 1963, WK Militärdienst mit 2 Wochen Kniebeschwerden. K2 Untersuchung ohne Diagnose, aber bereits Fieber. Tags darauf mit mehr als 39° zur Untersuchung im Insel­spital. 10 Tage im Spital 10 kg Gewichtsverlust mit 40° und mehr Fieber. Diagnose „Rinderbang“.

Nach dem ersten Spitalaufenthalt begann ich wieder zu arbeiten. Nach 10 Tagen musste ich dann wieder ins Spital wegen den Kniebeschwerden. Diagnose akute Osteomyelitis (eitrige Knochenmarkentzündung). ½ Jahr keine Belastung des Beines. Nur mit Stöcken gehen. Nach einem Jahr begann ich wieder mit dem Schwingtraining. Leider musste ich feststellen, dass ich mit dem Schwingen neu beginnen musste. Auch fand 1965 eine Nachoperation statt. Dies nutzte ich für die Vorbereitung auf die Metzgermeisterprüfung, welche ich mit Erfolg abschloss. Mit dem dritten Berner Kranz in Utzenstorf 1970, schloss ich meine Aktive Schwingerkarriere ab. 

Mit dem Gewinn eines Schafes mit guter Abstammung am eidgenössischen Schwingfest in Aarau begann mein Interesse der Schafzucht, welche ich heute noch mit ganzer Lei­denschaft betreibe. 

Die total 46 Kränzen, davon 24 vom Schwingen und 22 vom Ringen in meinem Kranz­kasten, rufen meine Sportkarriere in Erinnerung.

 

Daneben fröne ich auch dem Singen. Aktivmitglied im Jodlerklub Herzogenbuchsee seit 1973, 8 Jahre Sekretär und 10 Jahre Präsident. Seit 2000 Ehrenmitglied.

 

Im Erwerbsleben kann ich nicht viele Arbeitgeber aufzählen. 8 Jahre die Migros Bern und die 32 ½ Jahre die Einwohnergemeinde Herzogenbuchsee, bei welcher ich als Verwal­tungsangestellter in Personalunion arbeitete.

Heutiges Hobby: Schwingen verfolgen und bald 50 jähriges Aktivmitglied. Skirennen verfolgen. Wandern. Schafzucht. 

54 Jahre verheiratet mit Greti, 2 Töchter und 4 Grosskinder.